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Floating Village, Pre Rup, Banteay Srei und Sunset hinter dem Angkor Wat

Nachdem wir zweit Tage durch Tempel gestolpert sind, beginnen wir diesen Tag (nach Pool und Frühstück) mit einem langem Ausflug zum Tonle Sap Lake. Da wir am Nachmittag noch zum Pink Temple (Banteay Srei) fahren wollen, möchte Sokche für diesen Tag 30 USD. Wir haben den Eindruck, dass er uns bisher nicht übervorteilt hat und stimmen zu.
Wichtig: Preise immer vor Fahrtantritt vereinbaren!

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Und wenn es auch sonst nichts gibt, die Motorräder werden ordentlich gewaschen (z.B. an dieser Tankstelle).

Der Weg zum See ist ernüchternd. Sobald wir Siem Reap verlassen, sinkt der Lebensstandard ins Bodenlose.

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Am See gibt es eine Touristenanlegestelle. Hier gibt es die Tickets. 20 USD pro Person. Keine Ermäßigungen.

Es gibt auch einen Souvenirshop, den fanden wir aber nicht beachtenswert.
Auf dem Boot stand uns ein Guide (englischsprachig) zur Verfügung.

Die Fahrt beginnt auf dem Kanal, der zum eigentlichen See (Tonle Sap Lake) führt.

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Während der Fahrt erklärt der Guide, dass die Bewohner des Floating Village in der Trockenzeit auf dem See leben. Jetzt, in der Regenzeit ist der See, statt ca. 1 Meter, bis zu 10 Meter tief und wird durch den Wind ordentlich aufgewühlt. Darum ist das Floating Village in den Kanal gezogen um dort Schutz zu suchen. Wir werden das Dorf tatsächlich nur auf dem Kanal vorfinden und nur eine kurze Wenderunde am Rand des Sees durchführen, um danach sofort wieder in den Kanal und zurück zu fahren.

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Der schwimmende Tempel des Floating Village.

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Eine schwimmende Schweinefarm.

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Und das war das ehrlichste Statement: „HA TINH YOU“
Wir haben lange überlegt was das bedeutet. Es ist phonetisch geschrieben und heißt: Hating you!

Nachdem wir an der Mündung in den See gewendet hatten, begann der touristische Teil. Erster Stop, die Krokodilfarm, mit Souvenirshop.

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Auf engstem Raum, waren ungefähr 6, bis zu 3 Meter lange, Krokodile zusammengepfercht. Das wäre ein sehr großes Gehege und die Tiere würden ohnehin nur zur Ledergewinnung gemästet. Und damit die Tiere ordentlich Action bieten, wird mit einer langen Holzlatte nach den Tieren gestochert oder geschlagen, bis diese reagieren.

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Nach der Krokodilfarm kommen wir zum Wesentlichen, der Schule. Angeblich leben dort 300 Waisenkinder, die von den Spenden der Touristen abhängig sind. Bevor wir die Schule besuchen, halten wir an einem schwimmenden Supermarkt. Hier sollen wir Reis für die Kinder kaufen, damit diese sehr glücklich über unseren Besuch seien. In dem Supermarkt sollen wir einen Sack Reis für 50 USD kaufen. Wir drehen uns auf dem Absatz um und gehen auf das Boot zurück. Darauf hin will der Guide gar nicht mehr an der Schule anhalten. Wir drängen aber darauf.

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Noah fühlt sich sichtbar deplatziert.

Hier finden wir auch die Reissäcke wieder. In den Klassenräumen werden die Säcke stapelweise gelagert.

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Auch der Heilsbringer ist unübersehbar:

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Während wir uns die Schulräume ansehen, wird unser Guide mit Reis verköstigt. Im hinteren Bereich der Schule ist gerade ein Boot angelegt. Es handelt sich um ein bis zum Rand mit Süßigkeiten und Spielzeug beladenen schwimmenden Laden, dem die „armen, mittellosen“ Waisenkinder rege zustreben und konsumieren.

Auf unsere drängende Nachfrage führt man uns zu den „Lehrern“. Diese sollen angeblich gerade den Reis für die Kinder kochen. Und tatsächlich findet sich in einer Ecke ein Topf mit Reis, der augenscheinlich schon am Morgen fertig gekocht war. Die Lehrer geben an, dass die Kinder morgens von 07-11 Uhr und nachmittags von 13-17 Uhr unterrichtet würden. Darum hätten die Kinder jetzt (11:30 Uhr) Freizeit. Daraufhin stecke ich zwei USD in eine Spendenbox und wir gehen mit höflichen Verabschiedungen von Bord.

Was hier kaum zu sehen war: Schulbücher und sonstiges Schulmaterial. Wir fürchten jedoch, dass jegliche Spenden den gleichen Weg wie der Reis gehen und wieder in Geld umgetauscht werden würden.

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Auf dem Weg zur Anlegestelle erzählt uns der Guide, dass er von uns Geld erwarte, weil er von der Reederei kein Geld bekomme.
Wir sind davon aber nicht im geringsten überzeugt und erklären ihm, dass wir erst mit unserem Fahrer sprechen würden. Sokche stellt dann genau die Frage, die wir uns auch schon gestellt hatten. „If he gets no money from the boat company, what does he live from?“

Auf unsere Frage was er glaube, was hier wirklich helfen würde, erklärt uns Sokche, dass es sehr wohl Programme der Regierung gebe, um den Leuten Kambodias zu helfen. Die Leute würden aber keine Veränderungen wollen, weil sie nicht auf ihre Freiheiten verzichten wollen. Sämtliche Hilfeaktionen seien daher unnütz.

Fassen wir zusammen. Der Ausflug zum „Floating Village“ ist wenn überhaupt nur in der Trockenzeit zu empfehlen.
Die Einheimischen haben gelernt, dass Ausländer eher bereit sind Essen zu kaufen, als Geld zu geben. Daher wird um Essen gebettelt, um es dann an den Laden, oder auch an das Restaurant zurück zu verkaufen. Bargeld müssen die Kinder an ihre Eltern abgeben. Veränderungen können hier nur von Innen kommen. Wir haben hier keinen Einfluss.

Im Hals bleibt ein Kloss stecken und das Gefühl der Hilflosigkeit umklammert die Brust.

 

Auf der Fahrt zum Banteay Srei kommen wir an der Reisernte vorbei.

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Der Tempel Pre Rup.

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Und dann der Pink Temple (Banteay Srei).

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Auf dem Heimweg wollten wir gerne den Sonnenuntergang in Angkor fotografieren. Am Pre Rup war der Tempel leider schon von Touristen belagert. Was die dort fotografieren wollten ist uns schleierhaft, Sonnenuntergang über Dschungel? Von dort oben ist jedenfalls nichts anderes zu sehen.

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Wir haben Sokche gebeten uns zum Angkor Wat zu bringen. Das hat er auch gemacht. 🙂

Er ist einfach, verbotener Weise, mit seinem Tuktuk von Osten auf das Tempelgelände gefahren und hat uns unmittelbar an der Tempelmauer zum Angkor Wat abgesetzt. Wir waren also nicht im, aber vor dem Tempel.
Während wir dort fotografiert haben, haben mindestens sechs Tempelwächter angehalten und uns auf die Schließung des Tempels (damit ist auch das umgebende Tempelgelände gemeint) hingewiesen und aufgefordert sofort zu gehen. Mit Hinweis auf unseren Fahrer, der auf uns warten würde, hatten sie offenbar den Eindruck, es sei besser die „privilegierten“ Ausländer machen zu lassen und alle sind weitergefahren.

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Der Angkor Wat im Sonnenuntergang. Gute Nacht!

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