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Über die Seescharte … einen „epischen“ Abstieg

Heute geht’s weiter. Wir stehen schon gegen 05:30 Uhr auf und sind um 06:00 Uhr abmarschbereit. Frühstücken und gegen 06:45 Uhr brechen wir zur Seescharte (2664 m) auf. Da wir erwarten das Tadeos Familie schneller geht als wir, versuchen wir vor ihnen auf der Seescharte zu sein. Auf dem Weg dorthin schließt Rainer zu uns auf. Er schleppt seine (4 kg schwere) E-Gitarre über den E5, die er auch schon in den Himalaya mitgenommen hat.

Wir erreichen und überschreiten die Seescharte. Auf der anderen Seite angekommen machen wir eine kurze Brotzeit, als Tadeo uns mit seiner Familie eingeholt hat. Wir gehen nun ein Stück zusammen. Allerdings geht Tadeos Familie tatsächlich so schnell, dass wir nicht mithalten können, bzw. wollen. Uns kommt es nicht nur auf die Bewältigung der Strecke an. Wir wollen auch mal innehalten.

Der Weg ist fantastisch. Und die Pause an der Oberen Lochalm (1799 Meter) ist wunderbar. Für nur 40,- EUR bekommen wir eine Brotzeit (jeweils zwei Scheiben Brot, zwei Scheiben Speck, drei dreieckige Scheiben Käse, eine Wurst und ein paar Gurkenscheiben), dazu zwei Kaffee und ein Skiwasser. Vor der Alm kommt ein Bach den Berg herunter und wird in einem kleinen „Staubecken“ gesammelt. Ein wunderbarer Platz für eine Tasse Kaffee, mit den Füßen im eiskalten (schmerzhaft kalten) Wasser.

Und dann beginnen wir zu ahnen, was der (vom Wanderführer so bezeichnete) epische Abstieg bedeutet. Denn eigentlich wäre es so langsam genug für uns. Wir haben aber erst ca. 600 Höhenmeter Abstieg hinter uns. Weitere 1400 Höhenmeter Abstieg liegen vor uns.

Gegen 16:00 Uhr, haben wir kaum noch Wasser, obwohl wir es (3 Liter) regelmäßig aufgefüllt haben. Den Rest heben wir für Noah auf. Der Weg ist teilweise nur 50 cm breit, links der Berg, rechts der Abgrund, 50-300 Meter tief, nur Geröll oder Fels. Das ist ein schöner Wanderweg für einen Erwachsenen. Aber wenn man 10 Jahre alt ist, 400 Höhenmeter rauf und 1000 Höhenmeter runter gegangen ist, die Sonne kochend heiss vom Himmel brennt, man überhitzt, müde und ausgelaugt ist, dann ist das nicht so günstig. Bernd geht unmittelbar hinter Noah, um ihn aufzuhalten, wenn er stolpert und steht tausend Tode durch. Und das geht bis 20:00 Uhr so. Nach vier Stunden Höllenangst (für Frauke und Bernd) und Anspannung sind wir wohlbehalten im Tal angekommen.

Nach fast zwölf Stunden haben wir den mit sechs Stunden angegeben Weg bewältigt.

Nach einer weiteren Odyssee durch Zams treffen wir zwei andere Wanderer, die uns ihre Unterkunft, das Jägerheim empfehlen. Zum Glück, denn die preiswerten Unterkünfte sind bereits belegt. Erst ab 200 €/Nacht gäbe es noch etwas. Im Jägerheim kommen wir ausgesprochen gut und günstig (30,- EUR/Person/Nacht, incl. Frühstück) unter.

 

Frauke und Bernd beraten, wie wir weiter gehen, während Noah schon tief und fest schläft (ohne Abendessen, weil er dafür zu müde war und nichts mehr essen wollte).

Wir möchten noch einen Tag auf den Venet fahren (mit der Seilbahn) den Panoramaweg laufen und in der Gipfelhütte übernachten. Der Wetterbericht sagt aber ab Mittag Regen und ab Nachmittag Starkregen (bis 31 mm/qm) und Gewitter voraus.

Wir kehren morgen nach Oberstdorf zurück.
Den Einzug nach Meran werden wir vielleicht später einmal genießen.

Für diesen Urlaub haben wir Tolles geleistet, Wunderbares gesehen
und werden uns im Anschluss noch ein paar Tage Sonne genehmigen.

 

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